Blick vom Zambika Kloster nach Stegna

Rhodos

Die Insel Rhodos, im Süden der Ägäis gelegen, ist ca. 78 km lang und an der breitesten Stelle 35 km breit (ca.1300 qkm Gesamtfläche). Sie ist damit die größte Insel im Dodekanes und die viertgrößte Griechenlands. Rhodos hat ca. 115.000 Einwohner, von denen fast die Hälfte (52.000) in Rhodos-Stadt lebt.



Auf Rhodos leben ungefähr 125.000 Einwohner, davon etwa die Hälfte in der Stadt Rhodos, Hauptort und touristisches Zentrum im Norden der Insel.

Das Wappentier von Rhodos ist der springende Hirsch (Elafos).

Mythologie

Der Mythologie zufolge soll Rhodos aus dem Meer entstanden sein. Poseidon passte auf die Insel auf. Wenn er gerade mal nicht da war, schaute seine schöne Tochter, die Nymphe Rhode, nach dem Rechten.

Eines Tages beschloss der Gottvater Zeus, sein Reich unter den Göttern des Olymp aufzuteilen. Jeder Gott bekam ein Gebiet. Gerade zu der Zeit, als die Erde verteilt wurde, war Helios auf seinem Weg, um die Erde mit seinen Sonnenstrahlen zu erwärmen. Als der Sonnengott zurück kam, bemerkte Zeus, dass er ihn bei der Verteilung vergessen hatte. Zeus wollte die Erde neu aufteilen. Der Sonnengott seinerseits schlug Zeus vor, ihm eine Insel zu geben, die er auf seinen Reisen gesehen hatte. Dieses fruchtbare Eiland fand Helios besonders reizvoll. Der Sonnengott bekam die gewünschte Insel und nannte diese Rhodos, nach der bezaubernden Rhode. Die Nymphe hatte er auf seinen Reisen kennen gelernt und sich in sie verliebt.

Später nahm Helios seine große Liebe Rhode zur Frau. Das Paar soll sieben Söhne gehabt haben, die so genannten Heliaden. Der Älteste von ihnen soll wiederum drei Söhne gehabt haben, die in die Geschichte als die Gründerväter der Insel Rhodos eingingen: Kameiros, Ialysos und Lindos.

Rhodos-Stadt

Die Stadt Rhodos ist unangefochtenes Highlight der Insel und somit auch ein Muß bei einem Urlaubsbesuch. Sie zählt zu einer der besterhaltensten Städte des Mittelalters.

Gegründet wurde die Stadt beim Zusammenschluß der drei Staaten auf Rhodos: Ialysos, Kameiros und Lindos im Jahre 408 v.Chr. Bereits 93 Jahre später wurden Teile der Stadt durch eine Sturmflut zerstört und mußten wieder erneuert werden. 304-292 v.Chr. bekommt Rhodos seinen Koloss der bis heute nicht gefunden wurde, von dem man jedoch vermutet, dass er bei einem Erdbeben zerstört wurde.

42 v.Chr. wird Rhodos von Cassius erobert. In der Folge herrschten Goten und Perser über Rhodos bis die Genuesen und schließlich die Ritterherrschaft begann. Ab 1522 war Rhodos dann in türkischer Hand bis die Italiener von 1912-1945 an der Macht waren. Erst 1947 fiel die Insel an Griechenland zurück

Im Südosten der Insel findet man eine weitere Sehenswürdigkeit von Rhodos: Monolithos. Es handelt sich dabei um eine alte Burg der Kreuzfahrer, der auf dem Monepetros steht, der sich 240m hoch über dem Meer erhebt. Von der Burg sind heute nur noch die Mauern sowie eine kleine Kirche erhalten. Beide wurde um etwa 1500 erbaut. Während einer Inselrundfahrt wird meist ein kurzer Halt an der entfernten Straße gemacht, von wo schöne Panoramabilder rund um diesen Felsen möglich sind. Für Wanderfreunde empfiehlt sich jedoch auch ein gesonderter Besuch mit dem Aufstieg zur Burg. Dazu muß jedoch eine steile Treppe erklommen werden.

Geschichte von Lindos

Gegründet wurde Lindos von Tlepolemos, dem Sohn des Herakles und gleichzeitig dem Stammvater von Rhodos, der auch die beiden anderen Staaten gründete. Tlepolemos flüchtete nach Rhodos, nachdem er seinen Onkel versehentlich getötet hatte und ihm das Orakel in Delphi Böses vorausgesagt hatte.

Lindos ist bereits seit mindestens 5000 Jahren bewohnt und war bis zur Gründung von Rhodos (408 v.Chr.) eine bedeutende Macht im Mittelmeerraum. Lindos kam dabei seine gute Lage an einer Bucht zu Gute, die für gute Handelsbedingungen sorgte. Lindos hatte auch einige Kolonien u.a. auch auf Sizilien.

Der Staat Lindia, in dem sich Lindos befindet, war der größte der Insel und erstreckte sich von Archangelos bis zur Spitze der Insel -Archipolis - aus.  

Aber auch an der heutigen Westküste der Türkei besaß Lindos, wie die anderen Staaten der Insel, einen Teil. Es entspricht dem heutigen Mamaris und seiner Umgebung.

Auch nach der Gründung von Rhodos war Lindos mit seinem Hafen weiter ein wichtiger Handelspunkt. Lindos wurde lange Zeit von Genua und dann im 14 Jhd. von den Kreuzrittern beherrscht. Später dann wurde Lindos wie auch die anderen Inseln im Mittelmeer türkisch, bis man es nach dem 2. Weltkrieg und einer kurzen Herrschaft der Italiener.

Die Akropolis

Das wichtigste bei einem Besuch von Lindos ist ohne Zweifel der Aufstieg zur Akropolis und Festung, die 116m über der Stadt auf einem dreieckigen Plateau liegt, dessen Fläche über 8000 qm umfaßt. Die Akropolis war dabei über die Jahrhunderte ein Zufluchtort bei Kriegen, da sie nur sehr schwer einzunehmen war und so mit guten Schutz gewährte.

Die Ritter eroberten Lindos und seine Akropolis 1307 und ließen die heutige Festung auf dem Plateau erbauen. Von früheren Festungen ist hingegen nicht mehr viel erhalten.

1522 übernahmen dann die Türken die Herrschaft, nutzten jedoch nicht die Festung, die damit dem Zerfall preisgegeben war.

Wer Badeurlaub machen möchte, ist an der Ostküste von Rhodos am besten aufgehoben, denn hier liegen die schöneren Strände der Insel. Viele Hotels befinden sich in der Nähe des Ortes Faliraki unmittelbar am Strand.

Aber Faliraki gefällt mir persönlich nicht so gut, wegen den vielen verkohlten Engländern, die den Strand Abschnitt und die Tavernen säumen.

Cap Fourni mit altem Leuchturm

Die Insel hat aber auch viele Sehenswürdigkeiten - also nicht nur am Strand in der Sonne liegen (siehe dazu "Sehenswertes & Dörfer"). Antike Stätten, Klöster, traumhafte Buchten und eine einmalige Altstadt - für jeden ist etwas dabei.

Rhodos ist auch eine Insel der Gegensätze. Der Norden der Insel ist das Tourismuszentrum. An der Westküste reicht dieses Zentrum von Rhodos-Stadt bis Kremasti. Hier reihen sich Hotels, Bars, Tavernen und Discotheken an der Hauptstraße aneinander. Es ist aber auch viel Nepp dabei und das typisch "griechische" finden Sie hier leider nur noch sehr selten.
 

Meine Gastfamilie in Stegna

An der Ostküste geht das Zentrum von Rhodos-Stadt bis Faliraki. Hier liegen zwar auch große Hotels, aber landschaftlich ist es wesentlich schöner. Ca. 1,5 bis 3 km vor dem Ort Faliraki sind viele Hotels anzufinden. Die meisten deutschen Reisegesellschaften haben hier das größte Zimmerkontingent. Überwiegend sind die Hotels von der Bauweise nicht sehr schön (Hotelburgen) - eine Ausnahme ist das Esperos Village, das einem griechischen Dorf ähnelt und an einen Hang gebaut wurde. Der Standard ist aber recht gut und es ist nicht so laut wie an der Westküste, wo eventuell auch mit Fluglärm zu rechnen ist. Will man die Nacht zum Tag machen, ist man im Ortskern von Faliraki genau richtig. Es ist laut und z.Z. noch in den Sommermonaten voll in englischer Hand. Griechisch hört man hier kaum noch. Wer es mag - ok.

An der Westküste wird es erst hinter Paradisi (Flughafen) wesentlich ruhiger und schöner. An der Ostküste beginnt das wirklich schöne Rhodos bereits kurz hinter Rhodos-Stadt (mit Ausnahme des Ortskerns von Faliraki). Je weiter man gen Süden fährt, um so "griechischer" wird es. Das Inselinnere ist bisher vom Tourismus noch nicht so vereinnahmt worden. Hier herrscht noch dörfliches Treiben und überwiegend viel Ruhe.

Hier trifft man gelegentlich auch den gemeinen Insel – Yeti.
Aber vorsicht, er verschleppt gern Touristen in Tavernen.
 

Knolle, beim Versuch ins Boot zu kommen

Archangelos liegt an der Ostküste und ist mit ca. 5500 Einwohnern das größte Dorf der Insel. Es liegt auf der linken Seite der Ostküstenstraße Rhodos - Lindos. Mehrmals täglich besteht eine Busverbindung nach Lindos und Rhodos-Stadt.
Oberhalb von Archangelos befinden sich die Überreste einer Johanniterburg (1467). Von der Festung ist nicht mehr viel erhalten, man hat jedoch einen sehr schönen Blick über das gesamte Dorf und das Hinterland.

In den letzten Jahren sind mehrere kleinere Hotels und Pensionen gebaut worden. Trotzdem hat Archangelos noch seinen ursprünglichen Charakter bewahrt. Es gibt noch kleine Tavernen und Kafenia und fast keine Fast-Food-Restaurants. Hier kann man noch einen Urlaub unter Griechen verbringen.  
Unterhalb von Archangelos (ca. 3 km entfernt) liegt die Stegna Bucht, der "Hausstrand" von Archangelos. Früher standen in Stegna nur einige Fischerhäuser. Mittlerweile gibt es schon mehrere Pensionen und ein größeres Hotel (Calimera Porto Angeli) sowie mehrere alteingesessene gemütliche Tavernen.